8. Mai 2022

Wetter, Tanken & Routen – meine 5 wichtigsten Smartphone-Apps für eine gelungene Rollertour

Entdeckt meine fünf essenziellen Smartphone-Apps für Eure Rollertour und zwei zusätzliche "Geheimtipps" für eine möglichst genaue Wetterprognose. 

Als ich 2004 begann mit meiner Vespa durch Österreich zu reisen, waren weder Smartphones noch Apps ein Thema. Und auch WLAN und mobiles Internet waren kaum verfügbar oder sauteuer. Ohne Laptop oder "Surf-Station" waren online verfügbare Informationen "on the road" nicht erreichbar.

So habe ich mir die Wettervorhersage vorab zu Hause ausgedruckt und unterwegs die regionale Wetterlage im TV via Teletext, "Wetterpanorama" oder in den Nachrichten aktualisiert.

Die tägliche Routenplanung erfolgte am Straßenatlas in 120 bis 150 km-Schritten, um abzuschätzen in welchen Orten es wahrscheinlich Tankstellen gab. Neuralgische Abzweigungen oder Tour-Zwischenstopps wurden auf Malerklebeband geschrieben und auf dem Lenkerkopf geklebt. So hatte ich (und habe ich immer noch) wichtige Ortsnamen parat, wenn mich ein Wald aus Wegweisern kurz überforderte. 

Übernachtungen wurden vorab online oder unterwegs am Telefon reserviert. Und auch wenn der Roller streikte war das MobilTELEFON das letzte Werkzeug, falls die eigene Toolbox mich nicht weiterbrachte. 

Auch wenn ich manchmal wehmütig auf diese Zeit mit weniger digitalem Schnickschnack zurückblicke, so bin ich doch heilfroh, dass ich die folgenden Apps immer dabei habe - so lange der Akku reicht.

Wetterprognose: WeatherPro

Rollertouren-App No. 1 WeatherPro

Ich halte ja Wetter-Apps für wichtiger, als Routenplaner. Denn was nützt Dir die schönste geplante Route, wenn dir das Wetter die Tour verhagelt.

In den letzten 20 Jahren habe ich viele Wetterdienste, -Webseiten und -Apps ausprobiert. Doch seit Jahren halte ich WeatherPro die Treue. Zuerst habe ich mir für ein paar Euro sogar die Bezahlversion geleistet. Aber auch mit der aktuellen Gratisversion - nachdem vor einigen Jahren ein Abomodell eingeführt wurde - bin ich sehr zufrieden.

Neben der 7-Tage-Vorschau für zehn frei-wählbaren "Favoriten-Orte" bietet WeatherPro kostenlos eine tägliche Vorhersage in 3h-Intervallen mit Regenwahrscheinlichkeit sowie Warnungen vor Hitze, Kälte, Sturm, Dauerregen, Gewitter und Schneefall in bis zu drei Warnstufen.

Während Vorhersagen für Niederschlag, Wind und Sonnenstunden sehr akkurat sind, ist das "Wetterradar" der kostenlosen Version mehr Gadget als nützlich. Alles in allem lassen sich mit WeatherPro sehr gut trockene Tourentage planen - mit Abstrichen. Aber dazu später mehr ...

Navigation: Google Maps

Während dem ich früher meine Routen am Rechner mit ViaMichelin oder Here geplant habe, bringt mich mittlerweile Google Maps ans Ziel. Wichtig beim Einsatz des "Standard-Navigationsdiensts" ist eine Anpassung der Routenoptionen.

Ich aktiviere eigentlich immer "Autobahn vermeiden" und "Mautstraßen vermeiden". Aber Achtung: einige Passstraße, die zu den schönsten Routen durch Österreich gehören, sind mautpflichtig. In dem Fall muss man Mautstraßen natürlich zulassen. Adaptionen der schnellsten bzw. der kürzesten Route können am Desktop durch Mausklick verschoben werden. Am Mobiltelefon füge ich zusätzlich Stopps ein, um meine Routen zu planen.

Die angezeigte Reisedauer ist immer ohne Pause zu werten. Die tatsächliche Dauer könnt Ihr Euch bis 200 km Streckenlänge auch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h ausrechnen. Danach würde ich je nach Gesamtstrecke mindestens eine halbe bis ganze Stunde zusätzlich veranschlagen.

Besonders bei der Navigation gilt - ohne GPS oder Akku - hilft Euch die beste App nichts. Deswegen habe ich immer einen Taschenatlas aus Papier mit auf Tour.

Rollertouren-App No. 2 Google Maps

Tanken, Baustellen & Sperren: ÖAMTC-App

Rollertouren-App No. 3 OEAMTC App

Mit einer alten Vespa ohne Tankanzeige ist der Spritverbrauch ein besonderes Thema. Ich weiß aus Erfahrung, dass ich Überland - je nach Strecke und Fahrweise - mit einem Tank ca. 140 bis 150 km schaffe. Als Reserve kommen nochmal ca. 20 bis 25 km dazu. Zum Glück hat Österreich ein recht dichtes Tankstellennetz, das aber in den letzten Jahren vor allem in ländlichen Gegenden auch ausgedünnt wird.

Seitdem ich die App des Österreichischen Automobilclubs (ÖAMTC) habe, wurden Teilabschnitte meiner Touren wesentlich entspannter. Nichts ist schlimmer, als wenn man auf Reserve stellen muss und weit und breit keine Tankstelle in Sicht ist. Abgesehen vom angebotenen Preisvergleich, der bei 5-Liter-volltanken aber nicht ins Gewicht fällt, ist die Übersicht über aktuelle Baustellen und Straßensperren bei der tagesaktuellen Routenplanung sehr hilfreich.

Soweit es Tankstellen und Straßenbehinderungen betrifft, traue ich der heimischen ÖAMTC-App mehr als den in Google Maps verfügbaren Daten. Wobei die Google-Infos zum Verkehrsaufkommen die ÖAMTC-Infos gut ergänzen. Abgesehen davon lassen sich für ÖAMTC Mitglieder über die App noch Pannendienste rufen und weitere Zusatzdienste aktivieren. Aber auch ohne Mitgliedschaft bringt die App viele Vorteile.

Übernachten: Booking.com

Ich bin ja kein großer Fan von Reise- und Hotel-Portalen. Aber wenn ich in einer mit unbekannten Gegend ein Quartier suche, hat sich die Booking.com-App bewährt. Außerdem macht es einen Unterschied, ob ich eine einmalige Übernachtung als Zwischenstation oder ein Basislager für mehrere Nächte suche.

In der Booking.com-App lassen sich die Parameter für das gewünschte Quartier gut einstellen. Auch die Kartenansicht hilft bei der Auswahl. Man muss das Zimmer ja nicht über die App buchen, sondern kann auch direkt mit der Herberge Kontakt aufnehmen. Das ist nach meiner Erfahrung nicht die schlechteste Entscheidung - zumindest was Preis und Zimmerqualität betrifft.

Rollertouren-App No. 4 Booking.com App

Im Notfall: Die ÖBB-App

Rollertouren-App No. 5 ÖBB App

Ja - es kann passieren, dass der Roller nicht mehr will, oder man aus anderen Gründen die Tour ab- oder unterbrechen muss. In dem Fall hilft die "Scotty-App" der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) welche Bus- und Bahnstationen in der Nähe sind und wann der nächste Bus oder Zug fährt. Mein Plan B falls alle Stricke (oder mal ein Kupplungsseil) reißt.

Meine Wetter-App "Geheimtipps"

Die Yr-Wetter-App

Yr ... was? Yr ist der Wetterdienst des norwegischen Rundfunks und des Norwegischen Meteorologischen Instituts. Dieser wurde mir vor Jahren von einer isländischen Freundin empfohlen und schon die ursprüngliche Webseite hat mir beim Routenplanen - auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz - große Dienste erwiesen. Seit dem ich die kostenlose Yr-Smartphone-App entdeckt habe, freue ich mich über einen zusätzlichen Wetterdienst.

Ergänzend zum eingangs erwähnten WeatherPro bietet Yr für die kommenden drei Tage stündliche Temperatur-, Wind- und vor allem Regenprognosen. Außerdem gibt es einen 10-Tage-Wetterausblick. Der ist nicht immer ganz korrekt, aber ein ungefährer Trend, wie sich die Wetterlage während einer mehrtätigen Tour entwickeln kann. Außerdem können in der Yr-App mehr als zehn Favoriten definiert werden, was eine exaktere Abdeckung entlang der Route ermöglicht.

Auch wenn die App in Englisch gehalten ist, sind die Infos auch mit rudimentären Englischkenntnissen klar und verständlich. Die Regenanzeige ist manchmal etwas "überempfindlich". Das heißt, wenn 0,5 mm Niederschlag angezeigt werden, kann es auch staubtrocken bleiben oder es fallen nur ein paar Tropfen. Aber besser so, als andersrum. Denn bei lokalen Gewitter-Ereignissen hat die Yr-App Schwächen. Darum möchte ich auch nicht auf WeatherPro verzichten. In Kombination ist man mit beiden Apps bestens gerüstet.

Rollertouren-App No. 6 Yr App

Bergfex/Wetter

Rollertouren-App No. 7 Bergfex App

Das Wetter ändert sich, wenn es in die Höhe geht. Vor allem in den Bergen schlägt das Wetter schnell mal um. Während in dem einen Tal die Sonne scheint, kann im Nachbartal die Wetterhölle losbrechen.

Vor allem bei Fahrten über Alpenpässe empfiehlt es sich das Bergwetter im Auge zu behalten. Dafür hat sich die Wetter-App von Bergfex bewährt. Diese ist eigentlich fürs Wandern oder Skitouren gedacht. Aber bereits in der kostenlosen Version liefert Bergfex eine detaillierte und realistische Wetterprognose auf Pässen oder nahen Berggipfeln, die bei normalen Wetter-Apps so nicht zu finden ist.

Mein Fazit: Smartphone-Apps on Tour

Auch wenn mir die vielen digitalen Helferleins in den letzten Jahren gute Dienste erwiesen haben, so möchte ich die Komponenten "Zufall" und "Abenteuer" nicht aus meiner Rollertour-Planung streichen.

So mancher Irrweg hat mir noch unbekannte Traum-Routen eröffnet. So mancher unerwartete Regenguss war eine willkommene Erfrischung an heißen Tagen.

Trotzdem will ich auf ein die vorgestellten Apps nicht mehr verzichten. Sie geben mir Sicherheit und lassen mich meine Tourenkilometer noch mehr genießen. Und man muss kann sie manchmal auch ignorieren.

Wie haltet Ihr es mit digitalen Assistenzsystemen? Welche Apps sind für Euer Roller-Leben unverzichtbar geworden? Ich freue mich über Eure Erfahrungen in den Kommentaren.


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