James Blunt. Mit der „All The Lost Souls“ Tour versammelt der britische Sänger all das Gute, Schöne und Leidende, um damit nicht nur verlorene Seelen zu streicheln.

„Der ist sooo süß. Der singt genau auf meiner Wellenlänge. Das ist mal wieder richtig schöne Musik – ohne Tschin-Bumm. Das kann man sich ein paar mal hintereinander anhören. Und wie sich der in dem einen Video während eines Schneesturms das T-Shirt ausgezogen hat – und dann noch ins kalte Wasser springt!“ Bestimmt kein Sprung ins kalte Wasser ist es für Fans von James Blunt, zu seinem Konzert in die Wiener Stadthalle zu kommen.

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Wien im Rosenstolz. Wenn Wiener Rosen streuen, ist nicht selten jede Menge Schmalz dabei.

Nicht umsonst gilt neben dem Schmäh und der Gemütlichkeit, auch der Charmeur als Wiener Aushängeschild. Der Schmäh wird sicher rennen, wenn es sich „Wien im Rosenstolz“ im Oktober  im plüschig und abgewetzten Konzert-Café „Schmied Hansl“ in Hernals gemütlich macht.

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R.I.P.-Rappers in Prison

Im Rahmen des Projekts „wir_hier – Kunst unter Strafe“ haben Insassen der Justizanstalt Favoriten Stift und Herz in die Hand genommen um über ihre Situation zu erzählen. Die Gefangene Alex Mc, Chaos Kanzler, Ed.de.Lux, Fresh, Ramirez konnten mit Unterstützung der Rapper Furious Steez ihre Gedanken zu Papier und in Form bringen. Das Label Hoanzl sorgt dafür, dass die vier smooth-groovenden und überraschend offenen Hip-Hop-Tracks standesgemäß auf schwerem Vinyl erhältlich sind. Näher wird man dem Gangsta-Flow in Österreich nicht kommen können.

Die beißen nicht! Salam.Orient 2008
Überhaupt wird in der vom Festival großzügig definierten Welt des Orients heuer auch ein genauer Blick auf Österreich gewagt. Dieser zeigt uns, dass man auf andere Völker und Kulturen auch zugehen und sie mit beiderseitigem Respekt kennenlernen kann – denn die beißen nicht.

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WOHIN… in Wien 09/08

01.September, 2008

Der Biss des Monats – Öffi-Zombies
Jedesmal beim Benutzen der Wiener Linien klingen mir die Worte meines alten Schulbusfahrers im Ohr: „Aussteig’n losn!“, „Noch hinten geh’n!“ und „Schuitoschn owi!“. Denn an der Bahnsteigkante zeigt Wien die hässliche Fratze einer Theaterstadt. Die auf Einlass gierenden Meute mimt Untote in Michael Jacksons Video „Thriller“, die über ihr Opfer herfallen. Ihr Ziel ist es die Physik aus den Angeln zu heben und einen Platz im Fahrgastraum zu okkupieren, der noch nicht existiert. Nach durchschreiten der Öffi-Tür fallen die B-Movie-Aushilfs-Zombies plötzlich in die Leichenstarre. Denn nach Prüfung des reichhaltige Platz-Angebots wird die Position gleich neben der Tür als perfekt eingestuft. Wagt man sich aber in die Tiefe des Raums vor, gilt es sich an den voluminösen Bier- und Backhendlfriedhöfen vorbei zu quetschen, um mit dem Gesicht in einen ebenso prall gefüllte Rucksack zu krachen. Da der gemeine Wiener unter der Gürtellinie meist weniger Umfang vorzuweisen hat, wären die Taschen, im Sinne des gemeinsamen Platzangebotes, eben dort wesentlich besser aufgehoben. Dieser Tagen startet eine neue Schulsaison. Eine gute Gelegenheit für die Lenkerinnen und Lenker der Wiener Linien eine neue Generation Öffi-Zombies zu verhindern und die oben erwähnten Sätze anzuwenden. Dies ist auch angesichts der kommenden Spritpreis-Flüchtlinge wichtiger denn je.

CD-Kritik “Tiefseetaucher – Sudoku
Tiefseetaucher ist der Wiener Musiker Rainer Schöngruber, der mit seinem im Wohnzimmer aufgenommenen Album erste Wellen schlägt. Entgegen vieler 4-Wände-LoFi-Bastelleien besticht die Platte durch einen fetten Sound, der einen schon fast zwingt den Lautstärkeregler noch ein Stück weiter zu drehen. Die zumeist deutschsprachigen Texte verleihen dem Album einen witzigen 80er Jahre Touch, ohne dabei Retro zu sein. Live zu erleben beim Wiener Donauinselfest am 7.9. auf der SJ-Insel.

Musikredakteur für CD-Kritiken und Festival-Artikel

Zwar “erleichtern” uns Navigationsgeräte mittlerweile das finden von Wegen und Zielen, aber viele schwören immer noch auf die gute alte Landkarte. Ähnliches gilt für die Musik. Auch hier pflegen noch immer jede Menge Menschen Ihre Sammelleidenschaft mit physischen Tonträgern wie LPs und CDs. Andere schaffen gerade ihre Sammlung ab und überspielen alles auf ihren mp3-Player. Egal in welchem Format. Egal ob als Produzent oder Konsument. Musik ist wohl auch immer sowas wie eine Landkarte der Gefühle und ein Koordonatensystem der eigenen Wertigkeiten. Hier nun ein paar Eckpunkte und Regionsbeschreibungen auf dem Weg durch ihren Kulturfrühling.

CD Kritiken:
Moby, Sergio Mendes, Lizz Wright, Ersi Arvizu, Georg Breinschmid,
Willi Landl, Car Radio Band

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Ein Schalter zum ein- und ausschalten – ein großer Drehknopf für die Lautstärke – eine kleine Anzeigennadel für weiß Gott was – zwei Verstärker in gleicher Ausführung. Auch das Schlagzeug besteht nur aus dem Notwendigsten – vor allem Bass-Drum und Becken.

So wird Shellacs Musik geboren. Ruppig, vertrackt und trocken – auf ein Minimum reduziert. Mit mathematischer Genauigkeit entsteht instrumentale Rockmusik, die im Hirn Feuer legt und den Körper explodieren lässt. Endlich ist es gelungen die Band von Steve Albini, der am Mischpult für legendäre Alben wie „Surfer Rosa“ von den Pixies oder „In Utero“ von Nirvana verantwortlich war, nach Wien zu lotsen. Es hat bis 2008 gedauert, dass man auch hier live vor dem musikalischen Monolith Shellac stehen und den Kopf im Takt schütteln kann, wie einst die Höhlenmenschen in Kubriks „2001: Odyssee im Weltraum“.

Balkanfever. Seit 17. April präsentiert das 5. internationale Balkan Festival herausragendes und bislang verstecktes Schaffen der vielfältigen und transnationalen Musikszene abseits des bereits etablierten Balkan-Business.

… Freunde der noch schrägeren Varianten lädt das Festival in den postjugosalwischen Underground ein. Die mazedonische Cabaret-Punk-Jazz-Folk Band Foltin, am 3.5. im Planetarium, ist eine über die Grenzen hinweg berüchtigte Gruppe die sich zwischen Satire und Performance immer hart an der Grenze und darüber hinaus bewegen. Wer die beliebte kroatische Urlaubsregion Istrien einmal anders erleben möchte ist bei Gustafi am 10.5. im OST Klub gut aufgehoben …

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Klassik im Club. In unserem Kulturverständnis gibt es immer noch die Begriffe Musik-U und Musik-E. Das eine steht für Spaß und Unterhaltung, dass andere soll einen hehren Kunstanspruch erfüllen. Die Jeunesse Österreich hat es sich seit fast 60 Jahren zur Aufgabe gemacht junge Menschen mit klassischer und zeitgenössischer Musik in Kontakt zu bringen und lässt dafür die Grenzen zwischen E und U im wahrsten Sinn des Wortes verschwimmen.

… Mario Formentis „Eclectic Nite“ bezieht sowohl den Swimmingpool, als auch den Dancefloor mit ein. Es empfiehlt sich also besonders an diesem Abend die Schwimmsachen einzupacken, um alle Räume des Badeschiffs und alle Ebenen der Musikdarbietung erleben zu können. Denn es tanzt sich besser in der Badehose, als es sich im Party-Outfit schwimmen lässt. …

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Sie wurde von den anderen nie ganz ernst genommen. Ihre Ausmaße waren einfach zu gering. Man kann sogar von einer Station zur nächsten schauen. Und eigentlich ist sie ja gar keine „echte“ U-Bahn, sondern nur eine 1980 auffrisierte Untergrund-Straßenbahn.

Spätestens ab 10. Mai, wenn der neue Streckenteil bis zum Stadion eröffnet wird, soll sich das ändern. Dann wird der Premieren-Zug in der neuen Station Schottenring von der Blasmusikkapelle der Wiener Linien verabschiedet und die Linie U2 erstmals den 1. Bezirk verlassen …

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