Mit ihrem neuen Album “Wellen der Angst” (danke, Lou Reed) will sich die Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune erneut in die große Tradition manisch-depressiven Musizierens einschreiben, von der sie glaubt, dass der spezifisch austriakische Seitenstrang dieser schönen Wucherung mehr zum Verständnis der “österreichischen Seele” beigetragen hat als all die Kollektivbefunde heimischer Psycho-Prominenz zusammen.

Neigungsgruppe Cover - Wellen der Angst

Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune
“Wellen der Angst”

Label: Trikont
Vertrieb: Lotus Records
VÖ: 25.09.2009
http://www.myspace.com/neigungsgruppe

Namen? Die da – noch immer und immer wieder: Hermann Leopoldi, Helmut Qualtinger, der frühe Ambros, Georg Danzer, Ludwig Hirsch, Sigi Maron, Reinhard Liebe. Und wenn es sein muss auch der Mime Michael Heltau, wenn er Jacques Brels “Amsterdam” auf Deutsch schauspielert. Denn so deppert die Neigungsgruppe nun auch wieder nicht, dass sie die Dialektik von Leid und Authentizität im Pop nicht als Stil und Pose erkennen und nutzen würden. Vielleicht aber unterscheidet sie gerade das Offenlegen des Spiels bei aller ersehnter “Ehrlichkeit” von den paar geschätzten Ahnherren des Austropops.

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